Google Analytics: Traffic richtig erfassen

Google Analytics Traffic richtig erfassen!

Damit Traffic in Google Analytics dem richtigem Segment zugeordnet werden kann, muss diese entsprechen gekennzeichnet werden. Dabei ist es wichtig, sich im Vorfeld genau Gedanken zu machen, welcher Traffic welchem Segment zugeordnet werden soll.

 

Organic Traffic

Traffic, der über Suchmaschinenergebnisse auf eine Website gelangt, wird in den Google Analytics Berichten als organischer Such-Traffic bezeichnet.

Analytics erkennt automatisch die meist verwendeten Suchmaschinen und ordnet Zugriffe auf eine Website genau jenen Quellen zu: Traffic, der über eine der Standard Suchmaschinen auf eine Website kommt, wird in den Berichten als organischer Such-Traffic gewertet. Dagegen wird Traffic, der über eine nicht in dieser Liste enthaltene Suchmaschine zu einer Website findet, wird in den Berichten von Analytics nicht als organischer Such-Traffic betrachtet, sondern als Verweis-Traffic.

Es gibt in der Praxis allerdings deutlich mehr Suchmaschinen als die von Google definierten Standard Suchmaschinen. Hier eine kleiner Auszug von Suchmaschinen, die nicht als “Standard Suchmaschine” erfasst werden:

 

Damit diese in Google Analytics auch als organischer Such-Traffic bezeichnet werden, müssen diese in GA definiert werden:

Quelle der organischen Suche anpassen (Universal Analytics)
Quelle der organischen Suche anpassen (Universal Analytics)

Dies hat den Vorteil, dass weniger “not provided” Keywords für die SEO Optimierung in ein Google Analytics Account einfließen.

Tipp 1: Suchmaschinen anpassen


Referrer Traffic

Ein Verweiszugriff gehört zu dem Segment von Zugriffen, die eine Website von einer anderen Quelle aus erreichen; beispielsweise durch einen Link unter einer anderen Domain. Analytics identifiziert automatisch den letzten Ort, von dem der Traffic gekommen ist. Die Domainnamen der betreffenden Websites werden in den Berichten als Quellen der Verweiszugriffe angegeben.

Wenn der letzte Ort vor einer Webseite nicht bestimmt werden kann, dann weist GA den Traffic als direkten Zugriff aus.

Sie können verhindern, dass bestimmte Domains in Ihren Analytics-Berichten als Quellen der Verweiszugriffe identifiziert werden. Diese Funktion wird häufig verwendet, um Traffic von einem Drittanbieter-Einkaufswagen auszuschließen und so zu verhindern, dass es jeweils als neue Sitzung und als Verweis gezählt wird, wenn Kunden nach dem Auschecken auf der Website eines Drittanbieters auf Ihre Auftragsbestätigungsseite zurückkehren.

Tipp 2: Website eines Drittanbieters oder unterwünschter Subdomains ausschließen

 

Verweis-Ausschlusslisten (Universal Analytics)
Verweis-Ausschlusslisten (Universal Analytics)

Auch Social-Zugriffe sind Verweis-Zugriffe bei Google Analytics. Jedoch werden diese Verweise gesondert unter “Soziale Netzwerke” geführt und in Google Analytics dem Standard-Kanal “Sozial” zugeordnet.


Direct Traffic

Verweis-Ausschlussliste
Verweis-Ausschlussliste

Die direkten Zugriffe beinhaltet die direkten URL-Eingaben im Browser, Adressen bei der Autovervollständigung erscheinen, Zugriffe über Lesezeichen oder sonstige Anwendungen, die keine Verweis-Information an GA weitergeben.

Wenn Sie sich die Ziel-URLs bei den direkten Zugriffen anschauen, werden Sie jedoch recht schnell feststellen, dass es viel Traffic über Seiten gibt, bei denen es wohl eher unwahrscheinlich ist, dass diese direkt oder per Autoverollständigung in den Browser eingegeben wurden. Die nebenstehende Abbildung zeigt ein Beispiel.

Wie dem Beispiel zu entnehmen ist, wurden diese Seitenzugriffe den direkten Zugriffen zugeordnet. Aus den Seiten lässt sich allerdings ablesen, dass die Zugriffe über einen Newsletter zustande gekommen sein müssen. Da die Zugriffe aber direkt aus dem Newsletter-Client stattgefunden haben, tragen diese keine Verweisinformation und werden somit den direkten Zugriffen zugeordnet. Daher ist es wichtig, alle Kampagnen immer mit Kampagnenparametern zu versehen. Nur so kann GA diese auch dem richtigen Traffic-Segment zuordnen.

Viele Mobile Apps (zum Beispiel Facebook, Sykpe, WhatsApp, usw.) geben keine Verweis-Informationen weiter und werden somit unter direkte Zugriffe eingeordnet. Tatsächlich jedoch sind solche Verweise keine direkten Zugriffe, sondern vielmehr soziale Zugriffe. Der Sammelbegriff für dieses Phänomen ist “Dark Social”: die unsichtbaren Social-Zugriffe.

Neben Dark Social gibt es noch eine Reihe von anderen Fehlerquellen, wenn Google Analytics solche Verweise den direkten Zugriffe zuordnet, obwohl diese per se nicht aus der natürlichen Website-Bekanntheit resultieren:

     

  • Links aus Office-Dokumenten (Word, Excel, PDF)

  • Unterdrückung des Referrers in geschützten Web-Umgebungen (z.B. Sprung von http:// zu https://)
  • Regelmäßige Besuche durch Bots (z.B. Kommentarspam-Bot)
  • 302 Redirects, wenn der Redirect-Server keine Referrer-Informationen übergibt
  • Initiale Aufmerksamkeit durch Print- oder TV-Medien
  • Weiterleitungen durch bestimmte Short-URLs
  • Unvollständiges Tagging mit Parametern (z.B in Newslettern, Feeds...)
  •  

Gegen die große Unbekannte “Direct Links” gibt es eine bewährte Lösung:

Tipp 3: Grundsätzlich alles mit eindeutigen Parametern vertaggen!

Alle anderen Zugriffsquellen müssen somit mit eindeutigen Kampangenparamteren versehen werden.

 


Zugriffsquellen richtig vertaggen

Am besten verwenden Sie den Google Analytics URL Builder dafür.

Wenn Sie mehrere 100 URLs erstellen wollen, dann können Sie den URL Builder auch ganz einfach mit folgendem Makro nachbauen und die URL per Formel kodieren.

Wichtig ist hierbei auch das Naming der benutzerdefinierten Kampagnenparameter.

Wir orientieren uns dabei an der Google Analytics Standard-Kanal-Gruppierung. Google Analytics unterscheidet zwischen 8 Kanälen:

  • Direkt
  • Allgemeine organische Suche
  • Verweis
  • E-Mail
  • Allgemeine bezahlte Suche
  • Andere Werbung
  • Sozial
  • Display-Werbung

Die meisten Kanäle werden anhand der Quelle und des Medium des Zugriffes der Standard-Kanal-Sortierung zugeordnet.

Quelle: Jeder Verweis auf eine Website hat einen Ursprung bzw. eine Quelle. Mögliche Quellen sind “google” (der Name einer Suchmaschine), “facebook.com” (der Name einer Verweis-Website), “spring_newsletter” (der Name eines unserer Newsletter) und “direct” (Besucher, die Ihre URL direkt in ihren Browser eingegeben oder Ihre Website als Lesezeichen gespeichert haben).

Medium: Jeder Verweis auf eine Website hat auch ein Medium. Mögliche Medien sind: “organic” (unbezahlte Suche), “cpc” (Cost-per-Click, d. h., bezahlte Suche), “referral” (Verweis), “email” (der Name eines benutzerdefinierten Mediums, das Sie erstellt haben) und “none” (Direktbesuche).

Standard Kanal Gruppierung vs. Quellen-Medium-Dimensionen
Standard Kanal Gruppierung vs. Quellen-Medium-Dimensionen

In der rechten Abbildung habe ich die Standard-Kanal-Gruppierung den Quellen-Medium-Dimensionen gegenübergestellt.

Hierbei fällt auf, dass ein paar Zugriffe nicht richtig zugeordnet werden können. Wieso werden die Quellen-Medium-Dimensionen “display / retargeting” und “display / prospecting” nicht dem Standard Kanal “Display” zugeordnet?

Das liegt daran, dass GA Systemdefinitionen für die Standard-Kanal-Zuordnung definiert hat, beispielsweise für den Kanal “Display”:

Medium > stimmt mit regulärem Ausdruck überein > ^(display|cpm|banner)$

Wenn also das Medium bei der Quellen-Medium-Dimensionen exakt “display” oder “cpm” oder “banner” entspricht, werden diese Quellen-Medium-Dimensionen auch dem Kanal “Display” zugeordnet.

Standard Kanal Gruppierung vs. Quellen-Medium-Dimensionen
Standard Kanal Gruppierung vs. Quellen-Medium-Dimensionen

Im zweiten, rechts gezeigten Beispiel werden die Quellen-Medium-Dimensionen “facebook / cpc” dem Kanal “bezahlte Suche” zugeordnet. Das stimmt natürlich irgendwie, da es sich ja letztendlich um bezahlte Zugriffe handelt. Trotzdem werde diese Zugriffe von den meisten als “Soziale Zugriffe” angesehen.

 

Damit diese Zugriffe unter dem Kanal “Sozial” erscheinen, müssten auch hier die Quellen-Medium-Dimensionen anders benannt werden. Beispielsweise:

QuelleMedium
facebooksocial
facebooksocial network
facebooksocial media
facebooksm
Segmentierung nach Bezahlten Zugriffen
Segmentierung nach Bezahlten Zugriffen

Alle aktuellen Google Standard-Systemdefinitionen können Sie hier nachlesen:

https://support.google.com/analytics/answer/3297892?hl=de

Die vom System definierten Segmente verwenden die Standard-Channel-Gruppierung. Wenn man also die “bezahlten Zugriffe” segmentiert, dann würden die Quellen-Medium-Dimensionen “facebook / cpc” auch diesem Segment zugeordnet werden.

Bei der Segmentierung sollte man daher immer darauf achten, welche Zugriffe segmentiert werden und ob das auch so gewünscht ist. Daher idealerweise:

Tipp 4: Immer an der Google Standard-Systemdefinitionen orientieren

Klar können die Segmente und Standard-Kanal-Gruppierung auch manuell angepasst werden, aber meistens ist dies nicht der Fall.

Übersicht

Zusammenfassend eine kurze Übersicht über die Best Practice bei den Quellen-Medium-Dimensionen, damit diese der Standard-Channel-Gruppierung entspricht und möglichst alle Zugriffe auch dem richtigen Segment zugeordnet werden.

Standard Kanalinterner KanalMedium
DirektDirektnicht notwendig
Organische SucheOrgansiche Suchenicht notwendig (Organische Suchquellen in der Property anpassen)
VerweisVerweisnicht notwendig (Verweis Ausschlussliste in der Property anpassen)
E-MailE-Mailemail
Bezahlte SucheSEAcpc (Empfehlung: das Auto-Tagging in AdWords und Analytics aktiveren)
SozialSozialsocial
DisplayDisplaydisplay
Andere WerbungAffiliatebeliebig
Andere WerbungKooperationenbeliebig
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