Kultmarke Belstaff: Biker-Jacken und Brit-Chic

Freiheit, Abenteuer und Tradition, dafür steht die Marke Belstaff wie kaum eine andere. Die Erfolgsgeschichte des heutigen Luxus-Lifestyle-Labels begann 1924 mit der Entwicklung robuster Motorradbekleidung. Die atmungsaktiven, wasserdichten Wachscotton-Jacken und die Trialmaster-Lederjacken wurden zum Inbegriff funktioneller Biker-Kleidung und fanden bald über die Szene hinaus Anklang. Prominente Träger wie Lawrence von Arabien, der Revolutionär Che Guevara und die Flugpionierin Amelia Earhart kurbelten den Absatz an. Ab 1943 produzierte Belstaff jährlich für damalige Verhältnisse sagenhafte  40.000 Stück des legendären Black Prince Motorcycle Jacket. Von der meistverkauften wasserfesten Jacke aller Zeiten verließen in den folgenden 40 Jahren über 1,6 Millionen Stück die Fabrikhalle in Silverdale.

Belstaff Onlineshop
Die berühmten Motorradjacken mit wasserdichtem Wachsfinish: Das originäre Markenzeichen von Belstaff.

Belstaff-Jacken erlangen Kultstatus

Die innovative Materialverarbeitung von Naturfasern mit Wachs und das coole Design mit vier Taschen und Gürtel verschafften den Belstaff-Motorradjacken glanzvolle Auftritte in zahlreichen Kinofilmen. Steve McQueen verliebte sich während der Dreharbeiten von „Gesprengte Ketten“ 1963 angeblich so sehr in seine Belstaff-Jacke, dass er ein Date mit Schauspielkollegin Ali MacGraw sausen ließ, um sich zuhause der Wachspflege des Kult-Kleidungsstücks zu widmen. Von Brad Pitt über Leonardo DiCaprio bis hin zu Tom Cruise gesellten sich auf der Leinwand und im Privatleben weitere Filmstars zur Riege der Belstaff-Träger und verhalfen dem Label zum Legendenstatus. Die Jacken aus den 1950er und 60er Jahren sind heute äußerst begehrte Sammlerstücke.

Die legendären Wachscottonjacken von Belstaff

Neuanfang nach Krise

Anfang der 1990er Jahre wird auch Belstaff von der allgemeinen Textilkrise in Großbritannien erschüttert und die Hauptproduktionsstätte muss schließen. Ein Comeback am Standort Wellingborough und mit neuartigen Materialien wie Belfresh bringt in den Folgejahren zunächst nicht den erhofften Erfolg im großen Stil. Erst unter Federführung des italienischen Stardesigners Franco Malenotti beginnt sich Belstaff erneut als Innovationsführer für Motorradbekleidung zu etablieren, unterstützt von vielen Prominenten, Stars und Hollywoods Filmindustrie. Schuhe, Taschen und Brillen erweitern die Kollektion, die nun auch in den USA, Japan, Russland, Australien und Südamerika vertrieben wird. Mit der Übernahme durch The Labelux Group 2011 gelang mit dem ehemaligen Burberry-Chefdesigner Martin Cooper an der Spitze der Kreativabteilung endgültig der Durchbruch als Luxus-Lifestyle-Marke. Unter anderem wurde eine eigene Kollektion von Stilikone David Beckham aufgelegt.

David Beckham Belstaff
2014 entwarf Stilikone David Beckham eine eigene Vintage-Lederjacke für Belstaff.

Traditions-Fashion mit Zukunft

Die zu 100 Prozent in Europa – vorwiegend in Italien – produzierten Ready-to-wear-Kollektionen, Accessoires und Brit-Chic- und Sportiv-Outfits des Labels werden heute in weltweiten Stores, von ausgewählten Großhändlern und im eigenen Belstaff-Onlineshop vertrieben. Letzterer ist übersichtlich strukturiert und zeichnet sich wie die Marke durch ein klares Design und ein hohe Performance aus. Der eingeschlagene Weg scheint goldrichtig zu sein: So gewann Belstaff im Mai 2015 den Fashion Future Award als Real-Time Innovator für „Best Use of Data and Analaytics for Fashion and Retail“.