AMP: Googles Accelerated Mobile Pages-Technologie

Die AMP-Open-Source-Initiative ist Teil der Google-Strategie, die Usability des mobilen Internets kontinuierlich zu verbessern. Vor dem Hintergrund, dass Suchanfragen seit 2015 häufiger von mobilen als von stationären Geräten gestartet werden, bevorzugt der Suchmaschinengigant in den mobilen SERPs für die Nutzung mit Smartphones und Tablets optimierte Seiten. Im Zuge der Mobile friendly-Updates kann es zu Rankingverlusten kommen, wenn die entsprechenden Kriterien nicht erfüllt werden. Zu den wichtigsten Optimierungsfaktoren gehören schnelle Ladezeiten: Muss der Nutzer erst lange warten, bis sich die Seite aufbaut, surft er lieber woanders. Um hohe Absprungraten und eine kurze Verweildauer zu vermeiden, hat Google AMP ins Leben gerufen und fordert Webpublisher und Verlage auf, an dem Projekt teilzunehmen. 

Was ist AMP?

Accelerated Mobile Pages ist eine im Februar 2016 eingeführte Technologie, mit der sich Webseiten auf Mobilgeräten in weniger als einer Sekunde anzeigen lassen. Google zufolge laden AMP-Seiten im Vergleich zu herkömmlichen Versionen viermal schneller und verbrauchen zehnmal weniger Daten. Insbesondere Nachrichten-Publisher, Blogger und Videoplattformen profitieren davon, wenn sie ihre Seiten im AMP-Format ausspielen. Google präsentiert diese Seiten als Top-Stories prominent in einer Karussell-Ansicht, die in den mobilen Sucherergebnissen ganz oben erscheint. Sie sind zusätzlich mit einem Blitz-Symbol gekennzeichnet. Diese Neuerungen werden wie immer zuerst in der US-Version implementiert und nach und nach in den übrigen Ländern ausgerollt. AMP ähnelt Facebook Instant Articles, unterscheidet sich aber in einem wesentlichen Punkt: Traffic, Werbeeinnahmen und Kontrolle verbleiben beim Publisher und seine Webseiten verzeichnen einen SEO Impact. Bei Facebook spielt sich alles im geschlossenen System der Social Media-Plattform ab. 30 Prozent der Werbeeinnahmen fließen hier an den Anbieter und es ergeben sich keine Traffic- und SEO-Vorteile für den eigenen Internetauftritt. 

Google Hangout mit John Mueller über AMP

Wie funktioniert AMP?

Eine Accelerated Mobile Page wird zusätzlich zur herkömmlichen HTML-Seite mit einem extrem reduzierten Code erstellt. Bei der AMP-Version kommen ein schlankes HTML und ein stark limitiertes CSS zum Einsatz – und kein JavaScript von Drittanbietern. Dadurch lassen sich Animationseffekte wie etwa animierte Übergänge nicht mehr realisieren und einige Inhalte der Originalseite wie Formulare entfallen. Auch das Tracking per Pixel von Drittanbietern ist nur noch eingeschränkt möglich, es nehmen jedoch immer mehr von Google akzeptierte Werbenetzwerke wie Google AdSense, DoubleClick, OutBrain oder AOL am AMP-Projekt teil.

Auf die AMP-Version wird im Header der Hauptseite mit einem <link rel>-Tag verwiesen, umgekehrt zeigt ein Canonical-Tag von der AMP- auf die Primärseite. Google erkennt die AMP-Seite und speichert sie auf einem Proxyserver im Content Delivery Network (CDN). Aus dem Cache der CDN-Server lädt die Seite dann ultraschnell. 

Welche Anforderungen gelten für AMP?

Damit Google die AMP-Version auf einem CDN-Server cached, sind strenge Vorgaben zu erfüllen. Fertige Seiten sollten immer mit dem Structured Data Testing Tool in einem eigenen Menü in der Google Search Console auf folgende Punkte geprüft werden:

  • limitiertes CSS, reduziertes HTML ohne interaktive Seiten mit Formularen oder Kommentarfunktionen
  • AMP erlaubt nur asynchrones JavaScript
  • Third-Party-JavaScript nur über iFrames, die das Rendering des Hauptinhalts nicht beeinflussen
  • exakte Dateigrößen externer Datenquellen wie Bilder, Videos, Werbeanzeigen oder iFrames sind im HTML-Dokument auszugeben
  • Hauptseite muss im <head> mit <link rel=amphtml… > auf die AMP-Version verweisen
  • AMP-Version muss im <head> mit <link rel=canonical… > auf die Hauptseite zeigen
  • existiert nur eine AMP-Version, ist sie selbst die kanonische Seite
  • Inline-Styles dürfen nur maximal 50 KB für CSS aufwenden
  • keine externen CSS-Dateien
  • Ads dürfen nur aus unterstützten Werbenetzwerken stammen und müssen in HTTPS ausgeliefert werden
  • Ads müssen so schnell ausgeliefert werden, wie die Seiten, auf denen sie sich befinden

Ist AMP ein Rankingfaktor? Für wen ist AMP relevant?

AMP ist kein direkter Rankingfaktor, aber die quelloffene Technologie bringt trotzdem handfeste Vorteile mit sich. So hängen die Indexierung und das Ranking der AMP-Seite von der HTML-Hauptseite ab. In den mobilen SERPs jedoch ist die Platzierung im News-Karussell ein echter Eyecatcher. Darüber hinaus erhalten AMP-Webseiten die Kennzeichnung „Für Mobilgeräte“, mit denen Google für Smartphones & Co. optimierte Seiten in den Sucherergebnisse hervorhebt. AMP ist in erster Linie für alle interessant, die 

  • viel Content produzieren wie News, Blogposts und Artikel
  • die Inhalte schnell und mobiloptimiert verbreiten möchten
  • den mobilen Traffic erhöhen wollen
  • Probleme mit den Ladezeiten ihrer Seite haben

Fragen oder Kommentare? Das One Team antwortet gerne.

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