RankBrain: Google erweitert Algorithmus um Künstliche Intelligenz

Seit Anfang 2015 arbeitet der Google-Algorithmus mit Künstlicher Intelligenz (Artificial Intelligence, AI) und maschinellem Lernen. RankBrain soll bessere Suchergebnisse liefern und kommt bereits bei einem Großteil der Suchanfragen zum Einsatz. Insbesondere bei noch nie gestellten Fragen, die bei Google etwa 15 Prozent ausmachen, greift das System. RankBrain wandelt die Schriftsprache in für Maschinen verständliche mathematische Vektoren um und setzt sie in Relation zu bekannten Begriffen und Phrasen. Das System filtert ähnliche Begriffe und Sätze heraus und bewertet, ob sie für die Anfrage relevant sind. RankBrain arbeitet hier mit der semantischen Suchfunktion, die mit dem Hummingbird Update Einzug in den Algorithmus hielt. Dass Google AI zum Bestandteil seines Algorithmus machen würde, zeichnet sich bereits seit Jahren ab. Unter anderem investierte der Konzern in das AI-Unternehmen DeepMind, das er 2014 übernahm. 

RankBrain gewinnt Duell Mensch gegen Maschine

Mit RankBrain ergänzt Google den Algorithmus um die Fähigkeit, selbständig zu lernen. Damit unterscheidet sich das System von den übrigen Ranking-Faktoren, die auf der Auswertung des Nutzerverhaltens basieren. Indem Begriffe ständig interpretiert und in Beziehung zueinander gesetzt werden, wird der Algorithmus immer intelligenter und verarbeitet bislang unbekannte Wörter oder mehrdeutige Anfragen. RankBrain schneidet dabei besser ab als ein Mensch. In einem Google-internen Vergleich zwischen Mensch und Maschine hatte RankBrain die Nase vorn. In dem Experiment sichteten Suchmaschinen-Entwickler bestimmte Internetseiten und sollten anschließend angeben, welche Ergebnisse in den SERPs ganz oben landen würden. Während die Entwickler zu 70 Prozent richtig lagen, erreichte RankBrain eine Trefferquote von 80 Prozent. 

Hintergrundwissen: Greg Corrado, Google Senior Research Scientist, über Deep Learning

RankBrain drittwichtigster Ranking-Faktor

In einem Interview mit der US-News-Plattform Bloomberg verriet Googles Senior Research Scientist Greg Corrado Ende Oktober, dass RankBrain nach nur wenigen Monaten bereits an dritter Stelle bei den wichtigsten Ranking-Faktoren liegt. Laut Corrado war der Suchmaschinengigant selbst überrascht, wie schnell RankBrain diesen Status erreicht hat. Was bedeutet das für SEO und Suchmaschinenmarketing? Genaueres lässt sich erst in einigen Monaten sagen, wenn Erfahrungswerte vorhanden sind. Adweek hat schon einmal eine Prognose gewagt und einige Punkte identifiziert, die von RankBrain beeinflusst werden dürften:

  • Genauere Sucherergebnisse: Googles Ziel ist wie immer die Verbesserung der User Experience. Hochwertiger, problemlösender Content wird mehr denn je zum Erfolg führen.
  • Kundenbewertungen fließen zunehmend in die Suchergebnisse ein.
  • RankBrain kann die Relevanz der mobilen Suchergebnisse verbessern, sodass die Conversion Rate gesteigert werden kann und höhere Preise für Werbeanzeigen möglich sind. 
  • Durch die Lernfähigkeit von RankBrain wird die Personalisierung von Suchergebnissen gefördert.

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2 Kommentare
  • Oliver
    Oliver
    schrieb am 14.10.2016, 15:58 Uhr

    Macht RankBrain dann das Monitoring von Keywords nicht viel undurchsichtiger, da ein Suchergebnis zu einem bestimmten Begriff von User zu User unterschiedlicher denn je ausfällt?

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  • Tom
    Tom
    schrieb am 06.12.2016, 20:48 Uhr

    Super und interessanter Beitrag. Mich würde ja ein Update diesbezüglich sehr freuen.

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