23 Checks für den perfekten Magento-Relaunch

Beim Aufsetzen eines Magento-Stores gibt es einige grundlegende Dinge zu beachten – unabhängig davon, ob Version 1.x oder 2.x und ob die Enterprise- oder Community-Version zum Einsatz kommt. Der folgende Leitfaden zeigt, wie Sie einen Shop jeder Größe mit Magento installieren. Dabei wird zunächst auf die Stärken und Schwächen von Magento allgemein und im Vergleich mit anderen Plattformen sowie auf den Funktionsumfang der Magento-Editionen eingegangen. Anschließend erklären wir, worauf bei der Konfiguration zu achten ist, welche Bezahlsysteme sich implementieren lassen und wie der Checkout aussehen kann. Weiterhin reißen wir die Themen CMS, Multistore, E-Mail-Setup, Review-Systeme, Marketplace-Management und Blogging an. Eine Prelaunch-Checkliste und empfehlenswerte Erweiterungen und Add-ons vervollständigen unseren ultimativen Magento-Leitfaden.

Magento: Editionen des Shopsystems und Funktionsumfang

Auf die kostenlose Community-Edition und die kostenpflichtige Enterprise-Edition von Magento setzen weltweit sowohl kleine Onlineshops als auch E-Commerce-Schwergewichte wie Nike, Hermes oder Ford. Der Funktionsumfang der beiden Versionen ist in weiten Teilen ähnlich, aber die Lizenzversion umfasst den Support durch den Hersteller sowie exklusive Features wie Solr Search bzw. ab Version 2.1 Elastic Search, CMS+, RMA-Funktionalität, Fullpage Caching, schnellere Indizierung, Anlegen und Zusammenführen von Testseiten, Bonuspunkte, Verwaltung von Kundenprofilen, private Verkäufe, persistenter Warenkorb und Visual Merchandising.

Die wichtigsten Funktionen von Magento

Magento ist bekannt für den umfangreichen Funktionsumfang, der von Haus aus an Bord ist. Trotzdem sind für viele Onlinehändler die Erweiterungsmöglichkeiten des Shopsystems das entscheidende Argument für den Einsatz der Software. Über den Marketplace Magento Connect sind zahlreiche Extensions und Module erhältlich, mit denen sich die E-Commerce-Suite ohne großen Entwicklungsaufwand an individuelle Anforderungen anpassen lässt. Dank der Integration gängiger Bezahlsysteme, ERP-Plattformen, CRMs sowie Personalisierungs- und Merchandisinglösungen ist deren Anbindung an Magento ebenfalls kein Problem. Zu den Out-of-the-Box-Hauptfunktionen von Magento – die vollständige Liste lässt sich hier als PDF abrufen – gehören außerdem:

  • Up-Selling, Cross-Selling und verwandte Produkte
  • Visual Merchandising (Enterprise-Edition)
  • E-Mail-Management und -Marketing
  • umfassende Analyse- und Reportingoptionen
  • umfangreiche Optionen für das Katalog-Management
  • Unterstützung komplexer Produkttypen wie Gruppenprodukte, digitale und konfigurierbare Produkte
  • flexible Preisregeln inklusive Gutscheinen, Kundengruppen und Sonderpreisen
  • mehrere Wunschlisten mit Kommentarfunktion
  • Layered Navigation für die flexible Filterung von Produkten und Sucherergebnissen
  • Bestellmanagement mit allen wichtigen Features
  • zweistufiger Checkout
  • Multi-Store-Funktionalität und Internationalisierungsmöglichkeiten
  • Steuersätze für verschiedene Länder, Kundengruppen oder Produkttypen
  • funktionsreiche Kundenkonten

Magento 2 im Vergleich zu Magento 1

Nach fünf Jahren Entwicklungszeit kam Ende 2015 endlich Magento 2 auf den Markt. Als wichtigste Neuerung ist sicherlich die signifikante Verbesserung der Performance zu verzeichnen: Sowohl im Front- als auch im Backend läuft Version 2 bedeutend schneller als der Vorgänger. Die mehrschichtig und modular aufgebaute Softwarearchitektur macht das System wesentlich skalierbarer und leistungsfähiger und auch die Indexierung hat an Geschwindigkeit zugelegt. Eine verbesserte Administrationsoberfläche und Suche, neue B2B-Angebote und die Möglichkeit, die Enterprise-Edition als Platform-as-a-Service (PaaS)-Lösung über die Cloud zu beziehen, sind weitere zentrale Neuerungen.

Mit Magento 2.1 hielten im Sommer 2016 weitere mächtige Features Einzug in das Shopsystem. Neben der Einführung von Elasticsearch und einer erweiterten CMS-Funktionalität sind hier vor allem die Optimierungen im Bereich Staging & Preview zu nennen. Content-Updates lassen sich nun mit einem Planungstool im Magento Admin Panel bequem verwalten und planen. Die Neuerungen adressieren zentrale Kritikpunkte an Magento, die bislang viele Händler von einem Umstieg auf Magento beziehungsweise von einem Upgrade auf Version 2 abgehalten haben. Auch die vollständig gehostete, Amazon AWS-basierte Cloud-Version mit ihrem geringeren Verwaltungsaufwand, der hohen Skalierbarkeit und dem konkurrenzfähigen Lizenzierungsmodell dürfte die Nachfrage steigern. 

Das kostet ein Magento-Shop

Für einen Shop-Launch mit der kostenlosen Magento Community-Edition sind in der Regel lediglich die Entwicklungs-, Modul- und Hosting-Kosten zu veranschlagen. Eine Enterprise Edition-Lizenz kostet etwa 16.000 Euro (17.900 US-Dollar), die Gesamtkosten liegen je nach Customizing zwischen 18.000 und 90.000 Euro jährlich. Die Magento Cloud-Edition ist teurer, bietet dafür aber wesentliche Features – diese Version dürfte sich vor allem für größere Shops mit hohen Hosting-, Administrations- und Entwicklungskosten lohnen. Sie rechnet sich dann auch im Vergleich zu anderen E-Commerce-Pattformen wie Demandware oder Hybris.

Einen Shop mit Magento aufsetzen – so geht’s

Beim Aufsetzen eines Magento-Stores gibt es etliche Punkte zu beachten, die vor sich vor allem im Verwaltungsmenü „System -> Config“ finden. Im Folgenden gehen wir auf die wichtigsten Aspekte ein. 

Allgemeine Shopinformationen und E-Mail-Adressen

Als Erstes geben wir im Configuration-Menü allgemeine Informationen wie den Namen des Shops, den Admin-Kontakt, Öffnungszeiten, den Sitz und die Steuernummer ein. Auch das Favicon und Logos lassen sich hier ins System laden. Unter „Shop Email Adresses“ können bis zu fünf E-Mail-Kontakte eingerichtet werden: eine allgemeine, jeweils eine für den Vertrieb sowie Support und zwei frei definierbare. Unter den entsprechenden Absenderadressen können von Magento genierte Mails verschickt werden, zum Beispiel für Werbezwecke. 

Sicherheitseinstellungen konfigurieren

Saftey first – das gilt auch für Magento-Stores! Halten Sie sich mithilfe der Informationen im Magento-Newsletter und Magento Security Center über aktuelle Bedrohungen auf dem Laufen und spielen Sie die dort zur Verfügung gestellten Patches zeitnah ein. Mit dem Onlinescan von MageReport.com können Sie Ihre Website außerdem nach Sicherheitslücken durchsuchen. Außerdem sollten wie bei jedem Onlineprojekt einige allgemeine Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden. Dazu gehören sichere Usernamen (NICHT Admin, Administrator etc.), starke Passwörter, die sorgfältige Vergabe von Administratorrechten, regelmäßige PCI-Compliance-Tests, SSL-Verschlüsselung, der Schutz des Download-Verzeichnisses und der API, korrekt gesetzte Dateirechte sowie WAF-Regeln für die Admin-Login-Seite – am besten weisen Sie den Admin-URLs eine statische IP-Adresse zu, so dass sie sich nicht von außerhalb aufrufen lassen. Gute Hosting Provider bieten in dem Zusammenhang weitere Sicherheitsmaßnahmen an.

Einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit des Stores leistet auch die richtige Konfiguration der Base URLs. Sobald sich ein User im Checkout-Prozess befindet, sollten sensible Informationen über eine HTTPS-Seite laufen. Dabei ist auch an unsichere Seitenelemente zu denken, die sich gerne bei der Entwicklung von Themes einschleichen und dann vergessen werden. Alternativ lässt sich die gesamte Website im HTTPS-Modus betreiben.

Web Server Rewrites und 301-Weiterleitung zur Base URL

Um friendly URLs zu erzeugen und das index.php-Tag auszublenden, ist lediglich die Option „Use Webserver Rewrites“ im Menü „System -> Configuration -> General“ zu aktivieren. Vorher sollten die entsprechenden .htaccess- oder nginx-Konfigurationsdateien auf den Server geladen werden.

Unter demselben Menüpunkt lässt sich im Bereich „Web“ die Option „Auto-redirect to Base URL“ auf „Yes (301 Moved Permanently)“ einstellen. Dadurch wird http://beispiel.de auf http://www.beispiel.de umgeleitet und ein 301-Hinweis in den Headern platziert. Suchmaschinen wissen dadurch, dass es sich um eine dauerhafte Umleitung handelt. 

Zeitzoneneinstellungen

Damit Bestellungen mit der richtigen Uhrzeit eingehen, müssen im Konfigurationsmenü unter „General Settings“ die Magento-Zeitzone und die Wochenenden stimmen. Auch die Zeitzoneneinstellung auf dem Server sollte geprüft werden. Melden Sie sich dazu via SSH an und geben Sie „date +'%:z %Z'“ ein. Danach erscheint die Zeitzone als numerische Angabe, z. B. +01:00 BST.

Die Steuersätze angeben

Die Einstellung der Mehrwersteuersätze in Magento ist etwas komplex, aber wichtig und sollte vor dem Launch des Stores stimmen. Eine ausführliche Anleitung liefert der Magento-Leitfaden zum Thema, im Folgenden werden die wichtigsten Menüpunkte vorgestellt. 

Im Menü „Sales -> Tax -> Manage Tax Rates“ lassen sich die Steuersätze bestimmen, die dem Kunden berechnet werden. Typischerweise handelt es sich um den Standardsatz und einen reduzierten Satz. Unter dem Punkt „Manage Tax Zones & Rates“ werden die verschiedenen Steuersätze pro Land eingetragen. Soll für Kunden mit Umsatzsteuer-Identifikationsnummer keine Mehrwertsteuer berechnet werden, lassen sich diese Einstellungen bei „Customer Tax Classes“ vornehmen. Für die Steuersätze je Produkt ist der Menüpunkt „Product Tax Classes“ zuständig, wann und wo die Steuer aufgeschlagen wird, lässt sich unter „System -> Configuration -> Sales -> Tax“ definieren. Und schließlich ist noch für jedes einzelne Produkt festzulegen, welchem Steuersatz es unterliegt. Diese Einstellung lässt sich im Menü „Catalog -> Manage Products -> Select All“ auch zeitsparend als Bulk-Update vornehmen. 

Kundengruppen definieren

Um auf Kunden- und nicht nur auf Produktbasis verschiedene Preise und Steuersätze festlegen zu können, lassen sich Kundengruppen einrichten, zum Beispiel für End- und Premium-Kunden. Standardmäßig sind bei der Installation die drei Gruppen allgemeine Kunden, nicht eingeloggte Kunden und Großhandelskunden angelegt. In der Enterprise-Edition gibt es zusätzlich die Option „Customer Segmentation“ – hier lässt sich die User Experience beim Einkauf individualisieren, so dass sich beispielsweise für Kunden, die schon zum zweiten Mal bestellen, ein anderer Prozess darstellt als für Erstbesteller. Über Kundengruppen lässt sich außerdem die Funktionalität des Shops erweitern, etwa um ein B2B-Geschäft. Da eine Neuzuordnung von Kunden zu einer anderen Gruppe sehr zeitaufwendig ist, sollte die Ersteinrichtung sorgfältig erfolgen. 

Währungsangaben

Welche Währung im Shop akzeptiert wird, lässt sich im Menü „System -> Configuration -> General -> Currency Setup“ definieren. Mehrere Währungen erfordern ein Shop-Setup als Multistore. Unter „Manage Currency -> Rates“ lässt sich der Wechselkurs manuell angeben und aktualisieren. Automatisch funktioniert dies über Webservicex – neben diesem standardmäßig in Magento implementierten Dienst sind auch andere Lösungen verfügbar. 

Kunden-Logins in Multistores und Kundendaten

Die Verwaltung erfolgt unter „System -> Configuration -> Customer Configuration -> Account Sharing Option -> Share Customer Accounts“. Die Global-Einstellung bedeutet, dass sich Kunden auf allen Websites einer Magento-Instanz mit denselben Login-Daten anmelden können. „Per Website“ trennt die Logins für die verschiedenen Shops in einer Multistore-Installation. Diese Einstellung lässt sich später nur noch mit einer Extension rückgängig machen.

Welche Informationen der Kunde eingeben muss, ist im Menü „Customer Configuration“ auswählbar. Neben Name und Adresse lassen sich auch Anrede, Geburtsdatum und Steuernummern abfragen.

Produktkatalog, Produkttypen und Produktattribute

Die Definition der Produkte ist in Magento auf vielfältige Weise möglich. So lassen sich folgende Arten festlegen:

  • Standardprodukte („Simple Products“) ohne Preis- oder Farbvarianten sowie verwandte Produkte. Sie verfügen über eine Artikelnummer und können Teil anderer Produkttypen sein – Beispiel wäre ein Tennisball.
  • Konfigurierbare Produkte, bei denen sich verschiedene Größen, Farben etc. auswählen lassen.
  • Gruppenprodukte, also Sets verschiedener Produkte, etwa eine Hose, Jacke und ein Pullover.
  • Produktbundles wie eine Systemkamera, bei der sich die Objektive auswählen lassen.
  • Virtuelle Produkte – darunter fallen Services wie ein Reifenwechsel beim Auto.
  • Download-Produkte wie E-Books, Bilder oder Sounddateien. 

Die Produktdaten lassen sich als CSV importieren und exportieren, was den Aufwand erheblich reduziert.

Produktattribute dienen vor allem dazu, dass Artikel über Kategorien und Filter selektierbar sind und sich gruppieren lassen. Sie sind im Admin-Panel als Sets hinterlegt und lassen sich dort verwalten und bei Bedarf ergänzen. 

Die Kategorieverwaltung in Magento

Neue Kategorien anzulegen, ist denkbar einfach: Ein Klick auf „Add new category“ genügt. Auf diese Weise lassen sich sowohl Parent- als auch Child-Kategorien generieren. Danach können Sie die Metadaten bearbeiten und Produkte hinzufügen. Aus SEO-Sicht ist es hierbei wichtig, statische und nicht dynamische Kategorien zu bilden, falls kategoriebezogene Keywords optimiert werden sollen. Weitere Hinweise zum Thema lesen Sie in unserem SEO Wiki-Eintrag Magento SEO.

Die weiteren Schritte nach dem Setup

Ist die Einrichtung des Magento-Stores geschafft, geht es an die nächsten Schritte. Zuerst ist hier das Thema Payment zu adressieren, das für das Funktionieren eines Shops von elementarer Bedeutung ist. 

Bezahlsysteme

Nichts ist für Kunden abschreckender als Probleme beim Bezahlvorgang. Die Wahl des Payment-Systems sollte deshalb wohlüberlegt sein, zumal es auch große Preisunterschiede gibt. Folgende kommen infrage: 

  • PayPal gehört zu den bekanntesten Bezahlsystemen weltweit und ist ein führender Anbieter. Die Beziehungen mit Magento reichen weit zurück und im Shopsystem ist ein Support für PayPal integriert. Das System ist einfach, vertrauenswürdig und zuverlässig, die Kosten sind moderat und das Setup in Magento ein Kinderspiel: Im Grunde sind nur einige Angaben im Business-Account erforderlich und nach einigen Test-Transaktionen kann es losgehen. Wer hier ausführlicher vorgehen möchte, kann die Entwickler-Sandbox-Accounts nutzen, die vom Magento PayPal-Modul unterstützt werden. Ein Nachteil von PayPal soll nicht verschwiegen werden: Die Zahlungsabwicklung dauert bisweilen recht lange, was gerade Startups in Verlegenheit bringen kann. Dieses Problem ist indes nicht auf PayPal beschränkt, sondern betrifft andere Anbieter genauso. 
  • Das zu PayPal gehörende Bezahlsystem Braintree erfreut sich bei Magento-Nutzern zunehmender Beliebtheit, da es einfach zu bedienen und nahtlos integrierbar ist sowie über ein gutes Reporting-Dashboard verfügt. Auch das Gebührenmodell ist transparent: Pro Transaktion werden 1,9 Prozent und 0,30 Euro erhoben, die bei Rückgaben vollständig erstattet werden. 
  • Mit vier Milliarden Transaktionen jährlich gehört SagePay zu den bekanntesten Payment-Service-Providern in Europa. Mit dem System, das sich in Magento per Extension implementieren lässt, ist die Verwaltung und Überwachung von Online-Transaktionen über ein stabiles Interface bequem möglich. Die Sage Pay Suite Pro Extension von ebizmarts unterstützt den Checkout über eine externe Seite oder ein Formular auf der Händlerseite sowie verschiedene Bezahlverfahren, 3DSecure und AVS/CV2-Checking. Beim Umstieg von Magento 1.x auf 2.0 ist eine neue Lizenz für die Extension zu erwerben. 
  • Neben Paypal ist WorldPay ein weiterer Big Player im Markt und einer der ältesten Anbieter. Durchschnittlich 31 Millionen Transaktionen gehen täglich auf das Konto des Bezahldienstleisters, in Großbritannien 42 Prozent aller Online-Transaktionen überhaupt. WorldPay lässt sich mit einer Reihe von Extensions in einem Magento-Store integrieren, darunter die Lösung von sellxed.com. Diese unterstützt sowohl den Standardmodus, bei dem die Bezahlvorgänge auf einem von WorldPay gehosteten Formular erfasst werden, als auch den versteckten Modus, bei dem der Prozess auf der Magento-Checkout-Seite eingebaut ist. Die Kompatibilität mit One-Step-Checkout-Extensions ist dabei gewährleistet. 
  • Der Vollständigkeit halber seien noch drei weitere Provider genannt. Bei Ingenico handelt es sich um einen französischen Bezahlsystemanbieter, der ebenfalls eng mit Magento zusammenarbeitet und sich durch eine hohe Skalierbarkeit und Sicherheit auszeichnet. Das relativ junge Unternehmen eWay bietet eine eigene Extension für Magento an, die kostenlos über Magento Connect verfügbar ist. Ein weiterer Newcomer ist Stripe, das sich über mehrere Drittanbieter-Extensions in Magento implementieren lässt. 

Magento-Kaufprozess

Auch wenn der Magento-eigene Multi-Step-Checkout überzeugt, greifen viele Händler und Agenturen lieber auf eine One-Step-Lösung zurück. Die Magento-Bordmittel umfassen den Kauf als Gast ebenso wie als Kunde mit Account, die Versandadresse, Rechnungsadresse, Zustellung, Bezahlmethode und am Ende die zusammenfassende Prüfung für Erstkunden. Zu den Drittanbieter-Lösungen gehören das Modul OneStepCheckout, das in mehr als 12.000 Magento-Shops installiert ist, Aheadworks OneStepCheckout sowie Amasty OneStepCheckout.

Um den Kaufprozess zu optimieren, sollten Sie immer jede erdenkliche Option beim Checkout prüfen, möglichst viele Punkte zusammenfassen, dem Kunden eine einfache Rückkehr zum vorherigen Schritt ermöglichen, vertrauensbildende Maßnahmen ergreifen wie das Einfügen von Sicherheitslogos, die Promocode-Box prominent platzieren und Bezahlsysteme wie PayPal integrieren.

Content Management Systeme

Das Thema CMS ist in Magento nicht optimal gelöst, es gibt jedoch Extensions, die Drupal oder Wordpress integrieren. Im Hinblick auf die Stabilität und Verwaltung von Magento ist es aber günstiger, das Magento-CMS gezielt um benötigte Funktionen zu erweitern, zumal in Magento 2 schon wesentliche Verbesserungen zu verzeichnen sind. Wer trotzdem Drittanbieter-Lösungen bevorzugt, kann auf das Vaimo CMS, den Blue Foot Page Builder oder den Advanced Content Manager zurückgreifen. 

Blogs mit Magento

Auch wer einen Blog für Magento-Stores betreiben möchte, kämpft mit Problemen und neigt dazu, diesen auf einer anderen Domain zu installieren. Wer möglichst die gesamte Funktionalität von WordPress nutzen möchte, sollte das CMS auf einer eigenen Subdomain anlegen. Ansonsten bieten sich als Lösung Fishpig, BlogPro und die Blog-Extension von Aheadworks an.

Multistore und Multiwebsite

Die Multistore-Funktionalität ist eine der größten Stärken des Magento-Systems. Händler können damit bequem mehrere Shops mit einer Installation verwalten, um international zu verkaufen, verschiedene Brands zu bedienen oder B2B-Anforderungen zu erfüllen. Dabei stehen drei verschiedenen Optionen zur Verfügung:

  • Mehrere Domains: Bei Shops mit gänzlich unterschiedlichen Kunden bietet es sich an, diese auf verschiedenen Domains zu betreiben. Dadurch lassen sich andere Bezahlsysteme, Währungen, Produkte usw. implementieren, aber in derselben Admin-Oberfläche verwalten.
  • Mehrere Stores: Sollen auf einer Domain mehrere Shops laufen, zum Beispiel für End- und B2B-Kunden oder unter zwei Brands, ist auch das mit Magento problemlos machbar. Die Basiswährung und die Preise müssen dabei gleich sein, während sich die Kunden-Accounts unterscheiden können.
  • Mehrere Sprachen: Mit verschiedenen Storeviews lassen sich Shops in unterschiedlichen Sprachen ausspielen. Verschiedene Preise und Währungen lassen sich hierüber jedoch nicht realisieren.

Produkt- und Händlerbewertungen

Für SEO und die Konversionsraten-Optimierung eröffnen Produktbewertungen große Chancen. Sie liefern Content für die Produktseiten und erhöhen den Trust. Die Magento-eigene Funktion ist nicht so gut wie die Drittanbieter-Lösungen vom Magento Gold Partner Yotpo, das sehr umfangreiche BazaarVoice und das einfach zu implementierende Reevoo. Auch eine Kombination der Magento-Review-Funktion mit einem Modul für den Versand der Kaufbestätigungen inklusive eines Bewertungsformulars ist möglich. Für Händlerbewertungen sind Lösungen wie Feefo oder TrustPilot empfehlenswert. 

E-Mail-Setup

Vor dem Launch eines Magento-Stores sind eine Reihe von E-Mails einzurichten für das Kontaktformular für Kunden und den Admin, für die Account-, Bestell- und Versandbestätigung, Newsletterabos, Produkt- und Händlerbewertungen, für das Teilen eines Produkt  und einer Wunschliste, Geburtstagsglückwünsche, die Anforderung eines neuen Passworts oder die Erinnerung an einen Warenkorb. Je nach Store kommen weitere dazu – Inspirationen liefert diese Liste transaktionaler E-Mails in Magento. Für den Versand empfehlen sich Lösungen wie Sendgrid, Mandrill oder die Extension SMTP Pro by Aschroder, die allesamt sehr preisgünstig und einfach zu verwalten sind.

Für das E-Mail-Marketing kommt vor allem DotMailer infrage, das ebenfalls leicht zu bedienen ist, alle für Retailer relevanten Funktionen bietet und sich sehr gut in Magento integrieren lässt. Die Lösung erlaubt nicht nur den Versand von E-Mails, sondern mit den Automatik-Features können auch Programme gesteuert werden, die auf das Verhalten der User reagieren, z. B. auf deren Käufe. Um an gefüllte Warenkörbe zu erinnern, verwenden viele Magento-Nutzer ihr ESP. Auch MageMail ist eine gute Lösung. 

Marketplace-Verwaltung

Viele Magento-Nutzer sind stark von den Marketplaces von Amazon, eBay & Co. abhängig. Für die Administration setzen viele auf M2E Pro, das allerdings nicht ganz einfach einzurichten ist. Läuft sie aber erst einmal, funktioniert die Lösung sehr gut mit Amazon, eBay und Rakuten. So lassen sich die Produkte für die jeweiligen Marketplaces komfortabel in Listen verwalten. M2E Pro ist auf monatlicher Lizenzbasis verfügbar und eng mit Magento verzahnt. So gibt es einen On-Boarding-Support und Hilfe bei der Integration. Alternativ kommt Veeqo infrage. Wer es lieber modular und gut skalierbar mag, greift zu Systemen wie Channel Advisor, SellerDynamics oder Linnworks.

Schwächen von Magento

Obwohl Magento das mächtigste Shopsystem der Welt ist, kann es natürlich zu Problemen mit der E-Commerce-Plattform kommen – das gilt insbesondere, wenn sie nicht korrekt konfiguriert ist. 

Performance

Ein kritischer Punkt ist die Performance: Nichts ist für Kunden nerviger als lange Ladezeiten und unnötiges Suchen nach Informationen. Wird Magento nicht optimiert, ist die Lösung äußert ressourcenintensiv. Folgende Tipps helfen, das zu vermeiden:

  • Sauberen Code verwenden: Leichter gesagt als getan, aber unbedingt notwendig, denn ohne korrekten Code bringen weitere Maßnahmen wie die Investition in schnellere Hardware nichts. Da hier oft das Know-how fehlt, empfiehlt es sich, eine renommierte Agentur zu beauftragen. Seriöse Unternehmen sind an ihren Referenzen, Auszeichnungen und Zertifizierungen sowie an ihrer Aktivität in der Magento-Community erkennbar. 
  • Gutes Hosting: Ein Hoster, der sich mit den Ressourcenanforderungen von Magento auskennt und diese problemlos bereitstellen kann, ist die beste Wahl. Viele Firmen sind mittlerweile auf das Hosting von Magento spezialisiert und stellen kostenfreie Demos ihrer Software zur Verfügung, so dass man sich vorab einen Eindruck verschaffen kann.
  • Magento-Cache aktivieren und Bilder optimieren: Eine standardmäßige Aktivierung des Caches ist die Minimalmaßnahme bei der Performance-Optimierung. Ein ebenso einfaches, aber effektives Mittel ist das Herunterrechnen und Komprimieren von Bildern vor dem Upload in Magento. Dadurch lässt sich eine Menge Download-Zeit sparen.
  • Assets auf Subdomains auslagern: Auch durch den parallelen Download der Assets von Subdomains lässt sich der Pagespeed enorm verbessern. Laden Js- und Medienverzeichnisse sowie das Theme separat statt nacheinander, baut sich die Seite viel schneller auf.
  • Nicht so viele Module installieren: Eine Aufblähung des Codes durch übermäßig viele Module öffnet Debugging- und Performance-Problemen Tür und Tor und erschwert die Wartung der Seite.

Pinpoint hat weitere Tipps zur Performance-Optimierung von Magento zusammengestellt. 

Die Magento-Seitensuche

Die integrierte Seitensuche des Shopsystems ist stetiger Kritik ausgesetzt und viele Onlinehändler verwenden stattdessen eine leistungsfähigere Drittanbieter-Lösung. Die Magento Enterprise-Edition hat mit Solr search schon eine Verbesserung im Hinblick auf Stoppwörter, Synonyme und andere Punkte gebracht, die Seitensuche liefert aber immer noch keine wirklich guten Ergebnisse. ElasticSearch in Magento 2.1 ist ein großer Schritt nach vorne, aber trotzdem bleibt vieles verbesserungsfähig. Dazu zählen händlerbezogene Auto-Suchergebnisse, die Berücksichtigung von Schreibfehlern und eine schnellere Verarbeitung der Suchanfragen wie sie Premiumlösungen wie Klevu oder Algolia bieten. Weiterhin ließe sich die Magento-Seitensuche um die Fähigkeit zum gezielten Boosten von Produkten, Kategorien und Attributen erweitern, um selbstlernende Ergebnisse, eine Auto-Suggest- und Complete-Funktion, inhaltliche Suche, umfassende Reporting-Möglichkeiten und die Unterstützung einer Facettennavigation innerhalb der Suchergebnisse.

Merchandising

Auch die Merchandising-Möglichkeiten von Magento lassen seit jeher zu wünschen übrig und bleiben hinter anderen Enterprise-Lösungen wie Demandware zurück. Die Integration von OnTap’s Visual Merchandiser-Erweiterung mit Magento Enterprise 1.14.1 ist eine echte Bereicherung. Damit lassen sich Produkte, Attribute und Kategorien gut hervorheben. Für Nutzer der Magento Community-Edition empfiehlt sich der Kauf des Visual Merchandiser-Moduls, zumal es mit 290 US-Dollar nicht allzu zu teuer ist.

Produktempfehlungen

Die Out-of-the-Box-Produktempfehlungen von Magento sind ausbaufähig, weshalb wir bei unseren Kundenprojekten grundsätzlich auf Drittanbieter-Lösungen zurückgreifen. Dabei bevorzugen wir NOSTO, das noch viel mehr beherrscht als „nur“ Empfehlungen. Es handelt sich im Wesentlichen um ein Personalisierungswerkzeug – so lassen sich Usern Produktvorschläge auf Basis ihres Verhaltens im Store unterbreiten. Diese Daten können auch für andere Funktionen wie Einkaufswagen-Erinnerungen per E-Mail sowie Facebook- und Instagram-Anzeigen verwendet werden. Als günstigere Alternative ist das Aheadworks-Modul ein Tipp. 

SEO

Die Layered Navigation, Session IDs usw. in Magento sind die natürlichen Feinde des SEO, lassen sich aber zum Glück recht einfach in Schach halten. Mit der One Magento SEO Performance Suite oder manuell lassen sich die häufigsten Probleme wie folgt in den Griff bekommen:

Mit dem Canonical Tag wird verhindert, dass die Layered Navigation indexiert wird.

  • Suchseiten lassen sich in der robots.txt blockieren.
  • Das gilt auch für überflüssige dynamische Seiten, für ähnliche Seiten wird ein Canonical Tag gesetzt.
  • Produkt-URLs sollten im Backend auf Top-Level-Ebene angelegt werden, nicht im Kategoriepfad.
  • Überschriften müssen richtig ausgezeichnet werden (H1, H2 etc.).
  • Die Performance des Shops sollte kontinuierlich optimiert werden – auch, um ihn besser crawlbar zu machen.
  • Session IDs sind in der robots.txt zu blockieren.

Die robots.txt-Datei von Magento sollte dabei zumindest ungefähr so aussehen:

User-agent: * Disallow: /*.php$ Disallow: /*?SID=* Disallow: /*?p=*& Disallow: /catalog/product_compare/ Disallow: /catalog/product/gallery/ Disallow: /catalog/category/view/ Disallow: /catalog/product/view/ Disallow: /catalogsearch/ Disallow: /newsletter/ Disallow: /review/ Disallow: /sendfriend/ Disallow: /tag/ Disallow: /wishlist/

Um weitere dynamische Seiten zu blockieren, müssen nur die entsprechenden Parameter ergänzt werden.

Magento im Vergleich zu anderen E-Commerce-Plattformen

Es gibt zahlreiche Mitbewerber von Magento, die dem E-Commerce-Markt von umfassenden Enterprise-Lösungen bis zu schlanken Plattformen für kleine Startups die passenden Shopsysteme anbieten. Im Folgenden vergleichen wir die gängisten Konkurrenz-Anwendungen mit Magento. 

Magento Community vs. WooCommerce

WooCommerce, eine Erweiterung von WordPress, erfreut sich vor allem bei kleinen und mittelgroßen Onlinehändlern großer Beliebtheit. Die Lösung ist vom Funktionsumfang mit der Community-Edition von Magento vergleichbar, jedoch weit weniger skalierbar. Viele Nutzer steigen deshalb auf Magento um, wenn ihr Geschäft wächst und sie flexibler sein möchten.

WooCommerce gehört zu Automatic und wird offiziellen Angaben zufolge von 350.000 Onlinehändlern weltweit genutzt. Viele davon betreiben bereits eine WordPress-Website. Ein mittelgroßer WooCommerce-Store kostet im Hinblick auf die Entwicklung und Verwaltung weniger als ein vergleichbarer, mit der Magento-Community-Edition aufgesetzter Shop, da letzterer komplexer aufgebaut ist. Dafür bietet Magento eine weit umfangreichere E-Commerce-Funktionalität – kein Wunder, denn die Lösung ist ja auch originär für diesen Zweck ausgelegt, während WooCommerce die Extension einer Publishing-Lösung ist.

Weitere Informationen (in Englisch) zum Vergleich von Magento mit WooCommerce gibt es unter 

Magento Community vs. Shopify

Auch Shopify richtet sich an kleine und mittelgroße E-Commerce-Unternehmen und gilt vor allem unter den kleinen Retailern als beste Lösung. Wie im Fall von WooCommerce migrieren viele Händler, die ein hohes Wachstum verzeichnen, von Shopify zu Magento Community. 

Als Pendant zu Magento Enterprise ist Shopify Plus verfügbar, das preislich und funktionell in der gleichen Liga angesiedelt ist. Die Version erlaubt im Gegensatz zu Shopify auch die Integration von Drittanbieter-Technologie. 

Shopify bietet viele Kern-Features, die kleine und mittelgroße Händler benötigen, reicht aber nicht an die flexiblen Entwicklungsmöglichkeiten von Magento heran. Die vollständig gehostete Plattform erlaubt keine Backend-Anpassungen und auch Änderungen am Frontend sind tricky. Die selbstgehostete Open-Source-Lösung Magento schafft hier weit mehr Freiräume. 

Das Aufsetzen und Betreiben eines Magento-Stores mag teurer sein, auch wenn die Community-Edition an sich kostenlos ist. Die Monatspakete für Shopify wirken zunächst günstig, aber mit steigendem Umsatz steigen auch die Transaktionsgebühren (ein Prozent von jeder Bestellung). Wir empfehlen Shopify deshalb eher kleinen Händlern. 

Magento Enterprise vs. Demandware

Demandware punktet bei Enterprise-Kunden mit umfangreichen Out-of-the-Box-Services und guten Skalierungsfähigkeiten. Die Lösung unterscheidet sich von Magento vor allem im Hinblick darauf, dass der Code stets abgenommen werden muss und die Kosten in fast allen Bereichen höher sind.

Der Funktionsumfang von Demandware ist groß, unter anderem gehören Omnichannel-, Personalisierungs- und Merchandising-Features dazu. Die Lösung ist daher noch mehr auf Enterprise-Unternehmen zugeschnitten als die Magento Enterprise-Edition. Demandware ist ebenfalls Cloud-basiert und bietet einen sehr proaktiven Support, dafür ist die Plattform aber auch viel teurer. Die Entwicklung eines Demandware-Stores kostet etwa 300 Prozent mehr als ein Magento-Shop und auch die laufenden Kosten sind höher. Die Lösung eignet sich daher hauptsächlich für die wirklich großen Shops.

Magento Enterprise vs. Hybris

Hybris ähnelt von den Funktionen her Demandware, ist aber noch kostspieliger. Enterprise-Kunden profitieren von wesentlich mehr Features als sie Magento bietet, auf der anderen Seite lassen sich Drittanbieter-Lösungen genauso schlecht integrieren wie in Demandware. Hybris richtet sich an die ganz großen Fische im E-Commerce, da auch die Agenturen sehr hohe Honorare verlangen. 

Was vor dem Launch des Magento-Shops zu beachten ist

Bevor der Shop-Relaunch live geht, sollten unbedingt wichtige Hinweise beachtet werden, damit es nicht zu einem Datenverlust und einem dramatischen Absinken des Traffics kommt. 

SEO – an die Weiterleitungen denken

Nicht selten kommt es bei Shop-Migrationen beim organischen Search Traffic zu Verlusten von bis zu 60 Prozent. SEO gehört deshalb unbedingt in den Projektplan, vor allem auf die 301 Redirects sollten Sie großen Wert legen. Idealerweise unterliegen die Weiterleitungen schon während des Aufsetzungsprozesses ständigen Kontrollen. Dadurch ist gewährleistet, dass diese nicht von Kategorie- und Produktdatenänderungen beeinträchtigt werden. Vor dem Launch prüfen Sie am besten die komplette Liste mit den alten URLs durch, um sicherzustellen, dass die Ziel-URL den Code 200 ausgibt und keine Redirect-Schleifen vorliegen. 

Weiterhin sind bei einer Migration aus SEO-Sicht folgende Punkte zu bedenken:

  • Im Idealfall wird der Content der alten Website komplett übernommen – inklusive Metadaten –, damit Google keine größeren Änderungen vermutet.
  • Auch die Struktur sollte soweit als möglich erhalten bleiben.
  • Achten Sie darauf, dass die neue Seite von den Suchmaschinen-Bots gut crawlbar ist, und legen Sie gezielt fest, welche Seiten nicht zugänglich sein sollten.
  • Beachten Sie dabei auch, welche Seiten indexiert werden sollen.

Sorgfalt bei der Datenmigration

Wird die Übertragung der Daten von der alten auf die neue Plattform nicht gut vorbereitet, entstehen unnötig Verluste. Kümmern Sie sich rechtzeitig um den Export der Produktinformationen: Kann dies via CSV-Datei erfolgen oder manuell? Was ist mit den Bildern? Wer übernimmt diese Arbeit? Zu beachten ist auch die Namensformatierung, die im neuen System ganz anders aussehen kann als im alten. So können „Kategorien“ jetzt „Kollektionen“ heißen. Beauftragen Sie einen Mitarbeiter oder eine Agentur mit der sorgfältigen Formatierung der CSV-Dateien. Bei der Übertragung der Kundendaten sollten an die Verschlüsselungsmethode der Passwörter gedacht werden. Danach richtet sich die Art der Migration.  

Einarbeitung in die neuen Arbeitsprozesse

Jedes Shopsystem ist unterschiedlich aufgebaut, so dass die Arbeitsprozesse anders aussehen. Schulen Sie Ihre Mitarbeiter rechtzeitig, damit es nach dem Launch nicht gehäuft zu Fehlern bei kritischen Prozessen wie Bestellvorgängen kommt. Auch die Kompatibilität der Plattform mit vorhandenen Backoffice-Lösungen (ERP, POS etc.) sollten Sie beizeiten sicherstellen. 

Empfehlenswerte Magento-Erweiterungen und Add-ons

Einer der größten Vorteile von Magento ist die große Bandbreite verfügbarer Erweiterungen über Magento Connect und Drittanbieter. Einige haben wir in folgender Liste zusammengestellt: 

  • One Magento SEO Performance Suite: Die umfassende Lösung enthält alles, was für die Suchmaschinenoptimierung eines Magento-Shops erforderlich ist.
  • Nosto: Das Tool stellt personalisierte Produktempfehlungen und Social Ads sowie nutzerabhängige Popups bereit.
  • Aheadworks Review Follow Up Emails: Effektives Tool für die Erweiterung der Magento-eigenen Bewertungsfunktion.
  • Fishpig WordPress Integration: Ideal für die Verwaltung von Blogs mit WordPress.
  • OneStepCheckout: Modul, das den Single-Step-Checkout ganz einfach integriert.
  • BubbleLayered Layered Navigation Pro: Das Modul verbessert die User Experience und Performance von Layered Navigations.
  • Klevu: Umfassende Suchlösung mit natürlicher Sprachverarbeitung, selbstlernender Ergebnisausgabe, Merchandising-Funktionen und guten Report-Möglichkeiten.
  • WebShopApps Premium Matrix Rate: Ermöglicht die Verwaltung von Versandkosten durch CSV-Uploads, wobei Kunden verschiedene Preise zugeordnet werden können.

Pre-Launch Checkliste für Magento

  • sorgfältiger Check der Importe von Produkt- und Kundendaten sowie Bestellungen
  • bei der Passwort-Migration auf die Verschlüsselungsmethode achten
  • Sind die transaktionalen und alle anderen E-Mail-Setups, die Shop-Öffnungszeiten und die Kontaktdaten korrekt?
  • Überprüfen aller Checkout-Prozesse und Accounts
  • Testing der Lastverteilung, Setup des Server-Monitorings
  • Alle Sicherheits-Patches und -Updates aktuell? SSL-Zertifikat korrekt installiert?
  • Lizenzen der Erweiterungen für neue Plattform prüfen
  • Performance testen, z. B. mit GTmetrix
  • Check, ob alle Produktattribute stimmen
  • Funktionieren die Produkt- und Händlerbewertungen? Stimmt das E-Mail-Setup?
  • Wurden die Produktbewertungen, Coupon- und Promo-Codes sauber migriert?
  • Integration von CRM und E-Mail-Plattformen checken
  • Migration der Metadaten und des Contents prüfen
  • Arbeitet Magento Cron korrekt (evtl. mit AOE-Scheduler prüfen)?
  • überflüssige Logs deaktivieren, Log Rotation aktivieren
  • XML-Sitemap und ihre Einbindung in robots.txt und Google Search Console checken
  • Ist der Google Analytics Tracking-Code auf allen Seiten eingebunden?
  • Wurden Event-Tags in Seiten-Templates für Google Analytics ersetzt?
  • Sind die Kampagnen-Tracking-Parameter im Hinblick auf Redirects angepasst worden?
  • Google Tag Manager-Tags anpassen
  • Werden ggf. PayPal-Aufträge in Google Analytics korrekt getrackt?
  • Geräte- und Browser-Tests abgeschlossen?
  • Trackt Google Analytics die Suchterme?
  • Google Search Console einrichten bzw. aktualisieren
  • Stimmen die Canonical URLs?
  • robots.txt nicht vergessen
  • Check auf Broken Links
  • Bezahldienste einrichten
  • Funktionieren die Kontaktformulare?
  • Funktionieren alle Feeds?
  • Sind die URLs für bezahlte Anzeigen geändert worden?
  • 301-Weiterleitungen sauber eingerichtet?
  • Redirects durch Crawling der organischen Landingpages in Google Analytics checken
  • Merchandising der Kategorien und Top-Produkte prüfen
  • Suchfunktion testen
  • ggf. Production IPs Drittanbieter-Systemen hinzufügen
  • Production Server korrekt konfiguriert?
  • Caching aktivieren
  • Website auf „index, follow“ setzen
  • DNS aktualisieren

Fazit: Ein Umstieg auf Magento lohnt sich!

Gut vorbereitet, ist halb gewonnen: Das gilt auch für die Migration eines Shopsystems. Eine intensive Auseinandersetzung mit der neuen Plattform und eine sorgfältige Planung des Relaunches sind unabdingbar. Vor dem Launch sollten alle Funktionen noch einmal getestet werden. Am besten überlassen Sie die Migration einer Agentur, die sich täglich damit befasst und alle auftauchenden Probleme lösen kann.

Magento ist eine stabile, höchst skalierbare E-Commerce-Plattform, die sich bei zahlreichen B2B- und B2C-Retailern bewährt hat. Mit Version 2 hat das Shopsystem noch einmal einen großen Schritt nach vorne gemacht und wird viele, die bisher gezögert haben, von einem Umstieg überzeugen. 


Fragen oder Kommentare? Das One Team antwortet gerne.

3 Kommentare
  • AionHill
    AionHill
    schrieb am 02.03.2017, 15:11 Uhr

    Lieber Christian,
    ich möchte mich dafür bedanken, dass Du in Deinen professionell geschriebenen Artikel auf unser Magento vs. WooCommerce Vergleichspost verwiesen hast.
    Viel Erfolg für Deine weiteren Posts!
    Gabor Imre

    » Antworten
  • AlvinDang
    AlvinDang schrieb am 08.08.2017, 04:32 Uhr

    Vielen Dank für Ihre sehr hilfreiche Post!
    Im Magento-Kaufprozess Teil, schlage ich die One Page Checkout von Magento (https://www.magestore.com/magento-one-step-checkout-extension.html). Es ist das am meisten konfigurierbare OPC in Magento.
    Ich benutze es in meiner Website und ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

    » Antworten
    • Christian Paavo Spieker
      Christian Paavo Spieker
      schrieb am 08.08.2017, 06:56 Uhr

      Mit OnePage Checkouts haben wir eher schlechte Erfahrung gemacht, die Abbruchrate war deutlich höher als bei Step by Step

      » Antworten